"Wir fordern ein Barrierefreies Bildungssystem (...) Das von der Landesregierung trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Erkenntnisse verteidigte mehrgliedrige Schulsystem ist ein Relikt der Klassengesellschaft des Kaiserreichs."
aus: "Positionen zur Landespolitik" der Partei "Die Linke" in NRW
"Da sind SPD-Landeschefin Hannelore Kraft (48) wohl die Wahlkampf-Nerven durchgegangen: In einer Wut-Rede gegen das mehrgliedrige Schulsystem in NRW prangerte sie eine angeblich steigende Zahl von Kinder-Selbstmorden durch „ungeheuren Leistungsdruck“ und „Auslese“ an. Dabei sinken die Zahlen. --- BILD meint: Erst informieren, dann wahlkämpfen!"
BILD-online unter der Rubrik "Verlierer"
"Der Hamburger Schulkampf zeigt, dass es politischem Selbstmord gleicht, Eltern das Recht zu nehmen, ihre Kinder auf ein vollgültiges Gymnasium zu schicken. (...) Schulpolitik ist im Unterschied zu Wissenschaftspolitik wahlentscheidend, das wird die Hamburger Koalition nun am eigenen Leibe zu spüren bekommen."
Heike Schmoll in FAZ.Net vom 10.02.2010
"Der Staat kann nicht `begaben´, er kann und muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Begabungen unabhängig von Milieus entfalten können. Aus purer Verzweiflung darüber, dass Begabungen nicht umverteilt werden können, haben sich Bildungspolitiker oft genug dazu entschlossen, die Schwachen zu begünstigen und die Talentierten zu benachteiligen. Das Niveau wird gesenkt, die Begabten sind unterfordert und die weniger Talentierten nicht ausreichend gefördert, weil die Chancen ungleich genutzt werden."
Heike Schmoll im FAZ.Net-Artikel "Gerecht ist nicht gleich" vom 02.02.2010
"Oettinger talking English - worse than Westerwave"
Titel eines aktuellen YouTube-Videos - siehe dazu auch den neuen KOMMENTAR
"Nach einer empirischen Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) spielen fünfzehnjährige Jungen jeden Tag durchschnittlich zwei Stunden und zwanzig Minuten lang Computerspiele - Tendenz steigend. Mädchen spielen zwar weniger, holen aber schnell auf."
FAZ-NET-Artikel vom 4.11.2009 "Computer-Sucht - Sie setzen ihr Leben aufs Spiel" von Katrin Hummel
"Bildung ist Bedingung für die innere und äußere Freiheit des Menschen. Sie schafft geistige Selbständigkeit, Urteilsvermögen und Wertebewusstsein."
aus dem Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU uns FDP
„Ästhetische Autonomie ist, mit anderen Worten, kein ästhetisches Programm, dessen Exemplifikation den größten Werken gelingt und den zweitgrößten, wie Mörikes, immerhin noch die Erinnerung daran.“
Jürgen Kaube in einem FAZ-Net-Artikel vom 14.10.2009 zur Poetologie Emil Staigers
"... jeder kann mithelfen, dem Beruf der Lehrerin oder des Lehrers wieder zu der Würdigung zu verhelfen, die er verdient!"
NRW-Schulministerin Sommer in einer kurzen Erklärung zum Weltlehrertag am 5.10.2009
"Warum lernen die Kinder in diesem Land nicht so gut lesen wie anderswo in der Welt? Warum brauchen sie so lange, warum quälen sie sich so? Warum werden sie eher zu Legasthenikern erklärt, als dass man mit ihnen anständig übt?"
Sandra Kegel im FAZ.NET-Artikel über den 64jährigen Grunschullehrer Wolfgang Heller, der Kindern in wenigen Tagen das Lesen beibringt ("Der Schulpartisan aus Weilmünster"; 30.09.2009)
"Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die nachweist, dass `längeres gemeinsames Lernen´ und Gemeinschaftsschulen zu mehr Bildungsgerechtigkeit und besseren Schulleistungen führen."
Heinz Peter Meidinger, dphv-Vorsitzender
"... da die Pisa-Studie keine eindeutigen Aussagen über die Schulstruktur abgeworfen hat, sind die Anhänger der Einheitsschule um Ableitungen verlegen, die der Schulgliederung selbst den schwarzen Peter für ungleiche Bildung zuschieben könnten. Und so versucht man es mit gewagten Meßkonstruktionen, deren Ergebnisse um so plakativer interpretiert werden."
Jürgen Kaube im FAZNet-Artikel "Empörende und erfundene Probleme", in dem er Methoden und Ergebnisse soziologischer Forschung aus dem Berliner Wissenschaftszentrum bezweifelt
"Die Lehrer müssen nicht unbedingt Hausaufgaben erteilen."
Schulministerin Barbara Sommer lt. RP-online vom 21.8.2009
"Die gute Nachricht: In diesem Jahr verlassen rund 400.000 Abiturienten die Schule, 100.000 Studenten machen ihr Examen, 25.000 erhalten den Doktortitel.
Die schlechte Nachricht: Der Geburtenrückgang führt dazu, dass in den nächsten Jahren immer weniger Kinder in die Schule kommen. Bis 2020 sinkt die Zahl der Schüler um mehr als zwei Millionen. Das sind 17 Prozent weniger als heute."
Quelle: Wirtschafts-Kalender 2009; 31. Woche
"Die Ursachen der sinkenden Leseneigung bei Jungen sieht der Philologenverband in einer extensiven Nutzung von Computerspielen und Videokonsolen. Fünfzehn Jahre alte Jungen verbrächten damit durchschnittlich drei Stunden am Tag, wobei die Fernsehzeiten noch nicht mitgezählt seien."
Heike Schmoll in FAZ-online vom 26.05.2009 zu neuesten Pisa-Ergebnissen
"Ich bin sehr zufrieden mit dem, was sich in den vergangenen Jahren getan hat, vor allem mit und seit dem Schulgesetz von 2006. Wir ermöglichen den Schülerinnen und Schülern einen guten Start in ein zufriedenes und erfolgreiches Leben. Darauf zielen all unsere Anstrengungen: Dass junge Menschen ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten optimal entwickeln und dadurch ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können."
NRW-Schulministerin Barbara Sommer im Bildungsbericht 2009
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ein deutschlandweites Zentralabitur gefordert. Dies würde «das eklatante Bildungsgefälle in Deutschland beheben helfen», sagte sie dem Magazin «Cicero».
dpa-Meldung vom 21.04.2009
"Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden nimmt die Warenhauskette Galeria Kaufhof alle Games ohne Jugendfreigabe aus den Regalen. "
BILD-online am 18.03.2009
Horrorvideos und Ego-shooter...
Und wieder der reflexartige Aufschrei der Freaks, da gebe es ja wohl keinen Zusammenhang.
Und wieder naives Nicken derer, die sich mit so etwas noch nie näher befasst haben.
"Manche Lehrer umarmen uns zur Begrüßung, andere geben uns einen Handschlag. Mein Gesundheitslehrer lässt uns schlafen, weckt uns aber zwischendurch auf, damit wir nicht all zuviel verpassen."
Lara Konnerth, Langenfelder Austauschschülerin in den USA über ihre Schulzeit dort; RP vom 3.3.09
Sollte denn guter Unterricht wirklich zum glücklichen Sonderfall werden?
Denn 1.: "Ausgerechnet diejenigen, die immer die Qualität des Unterrichts und die Professionalisierung der Lehrer zum höchsten Ziel erklärt haben, wollen sich nun mit Lehrern zufrieden geben, die zwar viel Fachwissen, aber keinerlei fachdidaktische Ausbildung haben."
Heike Schmoll in FAZ-Net vom 23.2.2009 zum Schavan-Vorschlag, Spitzenkräfte aus der Wirtschaft stundenweise zum Unterrichten zu schicken.
Und 2.: "Viele, die eigentlich lieber etwas anderes gemacht hätten, aber für ihren Traumjob nicht gut genug waren, schlittern aus Mangel an Alternativen in den Schuldienst hinein. Und sind dann auch dort nur mäßig erfolgreich."
Nicolas Wolz in FAZ-Net vom 21.2.2009
"Zum einen hat sich die Bildungspolitik nicht zuletzt im Gefolge der Föderalismusreform zu einem chaotischen Experimentierfeld der Landespolitik entwickelt, in dem von den Regierungen allein noch Handlungsstärke und Innovation demonstriert werden kann. Anstatt vor Reformen ergebnisoffene Modellversuche durchzuführen und zu bewerten, degradiert so manches schulpolitische Reformpaket, das qua Gesetz zum Erfolg verdammt ist, die Kinder zu Versuchskaninchen. Evaluierungen finden nicht mehr statt, bergen sie doch die Gefahr des möglichen Eingeständnisses der Politik, sich geirrt zu haben."
H.P. Meidinger in `Profil´ 1-2/2009
"Zum ersten Mal sind zudem mehr Mädchen (1942) als Jungen (1837) durch Trunkenheit aufgefallen."
aus einem Artikel in FOCUS-online zum Thema Komasaufen von Kindern und Jugendlichen
85 Prozent der Kopfnoten, die wir in den Bewerbungen zu Gesicht bekommen, sind "gut" oder besser; so können wir wenig damit anfangen.
Sinngemäß wiedergegebene Äußerung des Ausbildungsleiters eines mittelgroßen Betriebes im Radio-Interview.
"Zu unserer Bildungsrepublik gehört der Ehrgeiz, unser Bildungs- und Wissenschaftssystem an die Weltspitze zurückzuführen."
aus der "Erfurter Erklärung der CDU Deutschlands vom 10. Januar 2009"
„Es ist widersinnig, erst den Begriff der Bildung, den Unterricht und das Studium zu entleeren, sie danach mit Aufgaben anzufüllen, die in die Zuständigkeit der Sozialpolitik, des Managementtrainings oder der Familien fallen, um ihnen zuletzt bei Nichtbewältigung dieser Aufgaben Versagen vorzuwerfen. Wir überfordern und unterfordern die Schulen und Hochschulen zugleich.“
Jürgen Kaube in einem FAZ-online-Artikel vom 02.01.2009, in dem er dafür plädiert, darauf zu vertrauen, dass ein Bildungsbegriff ohne `ständiges Evaluieren, Strukturänderungen und Zurücknahmen von Strukturänderungen´ "wachere, wahrnehmungsfähigere und kenntnisreichere Bürger" hervorbringe. Schon die ersten Schritte einer Prüfung, welche Veränderungen der Gegenwart und Zukunft doch eine mögliche Veränderung des Bildungsbegriffs - und damit der Elemente von Bildung in Schule und Hochschule - erfordern könnten, lässt er leider aus.
Dennoch ein lesenswerter Artikel.
"Bewährte Strukturen, das heißt die qualifizierte Fachausbildung an der Universität und die zweijährige Praxisausbildung in Schule und Studienseminar werden zerschlagen und durch nicht sorgfältig in den Konsequenzen durchdachte Konzepte ersetzt."
Einer der zahlreichen Kollegen, die sich gravierende Sorgen machen wegen der Reform der Leherausbildung in NRW; Quelle: "Bildung aktuell" 8/2008
"In der wolkigen Höhe der Theorie finden viele Eltern die Vorstellung gemeinsamen Lernens in integrierten Schulen schick, in der Praxis platzen allerdings die Gymnasien vor lauter Anmeldungen aus allen Nähten. Wenn es um die eigenen Kinder geht, schwindet offenbar die Attraktion der von der SPD verfochtenen Einheitsschule."
Werner D’Inka in FAZ-Net vom 7.12.2008 über Hessen vor der Wahl
"Bildung und Erziehung beginnen im Elternhaus. Eine gelungene Erziehungsleistung, die die Familie erbringt, kann von keiner Institution ersetzt werden."
aus einem Beschluss des 22. CDU-Parteitages
"In den meisten westdeutschen Ländern herrscht erheblicher Lehrermangel. Der Fachlehrerbedarf ist in einigen Disziplinen so hoch, dass die Länder zweifelhafte Nachqualifizierungen anbieten. Das gilt etwa für Nordrhein-Westfalen."
aus: FAZ-online vom 27.11.2008
"... Agitatoren sei der Blick in die heute vorgelegte Studie empfohlen: Die Spitzenländer Bayern und Baden-Württemberg haben ein dreigliedriges Bildungssystem, Sachsen und Thüringen ein zweigliedriges. Dagegen stellt sich in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder auch andernorts die Frage, ob überhaupt von einem System die Rede sein kann."
Joachim Peter in einem Kommentar auf WELT-online vom 18.11.2008
"Schulleiter haften für die Schulhomepage"
Peter Paul Cieslik, Justiziar des Philologen-Verbandes NW in Bildung aktuell 7/2008
(Laut Telemediengesetz vom 1. März 2007 sind die Anbieter von Informationen auf Homepages uneingeschränkt nach den allgemeinen Vorschriften für deren Inhalt verantwortlich sind und damit auch haftbar; Haftungsfreizeichnungserklärungen sind in aller Regel in diesem Zusammenhang unbeachtlich.)
"Unsäglich."
so die Bewertung eines Kollegen nach Lektüre des neuen Kommentars des Chefredakteurs (!) des PRISMA (Heft 45/2008) zu Schule und Gesellschaft.
Hier drei Sätze daraus, denen sicher auch mit noch deutlicher wertenden Worten kein Unrecht angetan würde:
- "Fest steht: Wir haben ein Schulsystem, das auf Überwachung und der Präparierung für ein späteres Funktionieren im Wirtschaftsleben beruht."
-"Fest steht, dass sich viele Pädagoginnen von der einst berechtigten Vorstellung, Mädchen seien das bildungsunwürdigere und darum benachteiligte Geschlecht, ungern verabschieden, ..."
-"Fest steht ferner, dass die fast 90-prozentige Besetzung von Grundschulen (und Kindergärten) mit weiblichem Lehrpersonal zu den ungeheuerlichen Planungsfehlem gehört, an denen diese Republik so reich ist."
"Anders als der Unterricht in Mathematik und Französisch sollte Deutsch an der Schule Raum bieten, über die Bedingungen menschlicher Existenz nachzudenken. Dazu braucht man große Literatur. Was Schiller im Don Carlos über die Macht sagt, kann kein Geschichtsbuch ersetzen. Über Recht und Gewalt ist in keinem Sozialkundeunterricht Tieferes zu erfahren als in Kleists Novelle Michael Kohlhaas.
Über die Grenzen des Fortschrittsglaubens ist nirgends mehr zu hören als in Max Frischs Homo Faber. Und die Untiefen der deutschen Seele und die Ursachen der großen Katastrophe kann nur verstehen, wer Goethes Faust kennt und die wilhelminische Geistesverkrümmung im `Untertan´ von Heinrich Mann genossen hat."
Wolfgang Herles, Leiter des ZDF-Kulturmagazins `aspekte´ in einem Gastkommentar für PROFIL, Oktober 2008 - ausgehend vom Hamburger "Rahmenplan Deutsch", der solches ausspart
"Mir geht es nicht um Strukturdebatten, sondern um Vielfalt und Qualität. Möglichst lange alle in einer Klasse zu lassen, ist keine Garantie dafür, dass alle gut lernen."
Kanzlerin Merkel in einem BILD-online-Interview anlässlich des anstehenden `Bildungsgipfels´
"Die CDU-Spitze will einem Grundsatzpapier zufolge bis 2015 einen zweistelligen Milliardenbetrag in Bildung und Forschung investieren. Die Frage ist nur: Wer entscheidet, wohin das Geld fließt? Und wer zahlt?"
Focus-online mit berechtigten Fragen zu einer erfreulichen Nachricht
"Wissenschaftler stellen bei vielen Lehrern eine abwehrende Haltung gegenüber äußeren Einblicken und Eingriffen in die Autonomie und Magie ihres Unterrichts fest."
Jeanette Otto in der "Zeit" vom 25.09.2008
"Die Liste, die Jochen Geradts angefertigt hat, umfasst gleich zwei eng beschriebene DIN-A-4-Seiten. Der Schulleiter hat einfach mal notiert, an welchen Ecken das Geld am Rhein-Maas-Gymnasium in Aachen fehlt."
Quelle: Website des Schulministeriums NRW zum "2. Bildungstag Schulfundraising" am 20.9.08
"Angehende Klassenlehrer in Waldorfschulen unterrichten bis Klasse zehn acht Fächer, ohne dass sie eines davon an einer staatlichen Hochschule studiert oder ein Examen absolviert haben müssen, es sei denn sie hätten vor ihrer Waldorftätigkeit in einer staatlichen Schule unterrichtet oder die Voraussetzungen für das Lehramt erworben. Waldorflehrer erhalten ihre Ausbildung an den eigenen Lehrerseminaren, wo eher „Erziehungskünstler“ als Wissensvermittler herangezogen werden."
Heike Schmoll in der FAZ vom 23.5.2007
"Die Politik muss nachlässige (Unterschichts-)Eltern ebenso in die Pflicht nehmen wie verwirrte (Mittelschichts-)Eltern, die hinter Impfempfehlungen ein Komplott der Pharma-Industrie sehen. Der Kinder wegen."
Antje Höning in einem RP-Kommentar vom 16.05.2007
"Deutschland wird asiatisch, denn nur aus gesellschaftlicher, beruflicher und privater Gesichtslosigkeit heraus traut man dem zart keimenden Aufschwung Dauer zu."
Detlef Hartlap, Chefredakteur des PRISMA
„Wozu sind Geisteswissenschaften eigentlich nötig, Herr Pinkwart?“
Frage von Lothar Schröder im RP-Interview an NRW-Forschungsminister Pinkwart
Wer in den öffentlichen Dienst geht, hat nicht das Ziel, möglichst reich zu werden.“
Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister
„Zwischen Reichtum und dem Gelübde der ewigen Armut gibt es aber Spielraum.“
Peter Heesen, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes
"Der Beruf Lehrer ist eine erhebliche Belastung für die Gesundheit. 30 Prozent der Pädagogen leiden an Selbstüberforderung, Erholungsunfähigkeit und Unzufriedenheit. Weitere 30 Prozent klagen über Erschöpfung, Resignation, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit."
Uwe Schaarschmidt (Psychologe), der sich seit sechs Jahren an der Universität Potsdam mit der beruflichen Belastung von Lehrern beschäftigt. Für zwei Studien hat er jeweils 8000 Lehrer befragt. Als Hauptbelastung für Lehrer nannte er schwierige Schüler und schwierige Eltern, hohe Stundenzahl und große Klassen. Bei den Schülern mache sich immer mehr Lernunlust breit. Die Bereitschaft der Schüler, sich anzustrengen lasse nach.
RP vom 13.12.2006
"Es ist ein besonders bitterer Witz der Hochschulgeschichte, daß der Exzellenzwettbewerb unter den Begleitumständen des Bologna-Prozesses ausgeschrieben worden ist. Mehr Studierende mit demnächst kürzerer Gymnasialausbildung schneller zum Abschluss durchzuschleusen - das wird, allem Ermessen nach, auch den mit Exzellenzschmuck dekorierten Universitäten nicht erlassen werden."
H.Schmoll in FAZ-online vom 13.10.2006
"Christa Vossschulte warnte vor der Einsetzung von Schulleitern auf Zeit, da diese nie unabhängig agieren könnten und forderte Schulleitungen mit klaren Entscheidungsbefugnissen, die für das Funktionieren eigenständiger Schulen unverzichtbar seien."
lt. PROFIL 11/2006; Frau Vossschulte ist Vizepräsidentin des Landtages Baden-Württemberg und Schulleiterin eines Esslinger Gymnasiums
"Als ästhetisches Motiv ist Gewalt in Computerspielen im Gegensatz zu Horrorfilmen, Schauerromanen oder Death-Metal-Bands nicht unbedingt ein Nischenphänomen."
aus einem FAZ-Artikel vom 26.11.2006 mit dem Titel `Warum macht Gewalt soviel Spaß?´.
"Die Mettmanner Sozialdemokraten wollen mehr Geld in die Grundschulen stecken, denn hier beginnt die Schulkarriere. `Wir wollen den Gymnasien nichts wegnehmen´, versicherte Dinkelmann gestern bei der Vorstellung des Leitantrages. Aber der Schwerpunkt soll früher gesetzt werden. Davon würden die Gymnasien auch profitieren. (...)
Die Sekundarstufe I nach der Grundschule soll einheitlich weitergeführt werden. Haupt- und Realschule sowie Gymnasium soll es nicht mehr geben."
RP-Artikel vom 18.11.2006 mit der Überschrift "SPD für Einheitsschule" über die Vorstellung des SPD-Leitantrages "Zukunft der Bildung in NRW" im Kreis Mettmann
"Der 6. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat mit Beschluss vom 25. Oktober 2006 entschieden, dass Lehrer nicht verpflichtet sind, die im Unterricht verwendeten Schulbücher für den persönlichen Gebrauch auf eigene Kosten zu beschaffen."
Pressemitteilung des OVG für das Land NRW vom 31.10.2006 über ein letztinstanzliches Urteil.
- Wir hatten über den Rechtsstreit und das vorläufige Urteil berichtet; man darf gespannt sein auf die Praxis für alle Lehrer.
" Es wird höchste Zeit, Abschied zu nehmen von jener linken Mär (die auch Behler attackiert), die da lautet `Je integrativer das System, desto besser die Ergebnisse, desto fröhlicher die Kinder, desto demokratischer das Gemeinwesen.´"
Detlev Hüwel in einem Artikel der RP vom 31.10.2006; anlässlich eines von der SPD vorgelegten Schulreformmodells, erneut in Richtung "Gesamtschule durch die Hintertür" sowie des Leitartikels vom gleichen Tage: "Abitur-Test: Gesamtschule in NRW fällt ab"
„Wer in den öffentlichen Dienst geht, hat nicht das Ziel, möglichst reich zu werden.“
Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister
"Tatsächlich fehlt in unserem Land ein Grundkonsens über Bildung, weil wir kein gemeinsames Menschenbild und keine daraus folgenden allgemein anerkannten Moralvorstellungen mehr haben."
aus einem Leserbrief in der FAZ vom 21.09.2008
"Was er ((Bildungssenator Zöllner)) nicht sagte und wonach Anne Will nicht fragte, das ist das grassierende Phänomen der sogenannten `Vermeidungszeugnisse´, die es an Berliner Grundschulen in den dritten Klassen gibt. Da nämlich soll manch guter Schüler schlechtere Noten bekommen, damit er oder sie auch ja schön bis zur sechsten Klasse auf der Gemeinschaftsgrundschule bleibt und es nicht für eine Empfehlung an ein Gymnasium nach der vierten Klasse reicht. Unter Berliner Eltern ist das `Vermeidungszeugnis´ ein stehender Begriff."
Michael Hanfeld in FAZ-online vom 15.09.2008 zur Gemischtwarenladen-Sendung von Anne Will zum Thema Schule
"Das weiß auch die OECD, aber die Konsequenz, auf reine Prozentquotenvergleiche zu verzichten, würde diese Organisation ihrer pressewirksamen Katastrophenmeldungen berauben."
H.-P. Meidinger, Vorsitzender des DPHV zur neuen Studie der OECD: " Bildung auf einen Blick - 2008"
Zur Begründung führt er aus: „Nach wie vor macht die OECD den Fehler, nur Zahlen und Quantitäten zu vergleichen, ohne die völlig unterschiedliche Struktur der Bildungseinrichtungen in den verschiedenen Ländern zu berücksichtigen. Tatsache ist, dass in vielen Ländern Bildungseinrichtungen zum Hochschulbereich gerechnet werden, die in Deutschland nicht dazu gehören, wie etwa zahlreiche bundesdeutsche Berufsakademien. In den USA besitzt eine Krankenschwester einen Bachelorabschluss, in Deutschland werden Krankenschwestern an Fachakademien und Krankenpflegeschulen mindestens ebenso gut ausgebildet. Im Ausland dominiert das qualitativ nicht so anspruchsvolle Kurzstudium, in Deutschland Langstudiengänge und berufliche Ausbildungsrichtungen. Die Gleichsetzung von Quantitäten geht also völlig fehl."
"So viel krauses Zeug, auch noch von einem `Ökonomieprofessor´ verfasst, war dann sogar dem Bundesinnenministerium zu viel."
Dr. Herbert Bartsch in `Bildung aktuell´ 5/2008
In einem Leserbrief in der FAZ verwahrte sich Staatssekretär Johann Mahlen (Innenministerium) vor allem gegen den Vergleich der durchschnittlichen Rente mit der durchschnittlichen Beamtenversorgung, den Prof. Winfried Fuest in einer sog. "Studie" anstellt; "bestellt, verbreitet und bezahlt" (Bartsch) von der `Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft´.
"Uns fällt heute auf die Füße, dass nicht beherzigt wurde, was wir schon zu Beginn der Neunzigerjahre in Initiativen zur Demokratisierung der Ostschulen gefordert haben: die Systemträger unter den Lehrern zu entlassen. Diese Lehrer haben ihren Einfluss wieder enorm ausgebaut."
DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier, die regelmäßig Schulklassen besucht, in einem Interview mit WELT ONLINE zum Thema `Verharmlosung der sozialistischen Diktatur´.
"Damit es das nächste Mal mit PISA klappt, müssen Schulleiter in Deutschland mehr zu sagen haben."
Quelle: Website der "Bundesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft"
"Ein Heidelberger Wirtschaftsgymnasium hat ... das neue Fach "Glück" eingeführt. Dabei sollen die Schüler lernen, das Leben sinnvoll zu finden."
Quelle: WELT-online vom 27.07.2008
"Gesamtschuloberstufen sind die selektivste Schulform im Bereich der allgemeinbildenden Schulen: Sie trennen sich von fast jedem zweiten Schüler innerhalb von drei Jahren, der den vorgesehenen Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife nicht erreicht."
Ralf Witzel, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion und Mitglied im Schulausschuss des Landtags
"Die Politik erkennt, dass Bildung kein Randthema, sondern Kern einer Politik ist, die über Wohlstand und Gerechtigkeit entscheidet."
Birgit Taffertshofer im Artikel "Bildungsbürden"; Sueddeutsche.de vom 30.06.2008
"Um die Qualität der Lehre verbessern zu können, benötigen die Hochschulen eine bedarfsgerechte und international konkurrenzfähige Personal- und Sachausstattung. Nach Berechnungen des Wissenschaftsrates ist es speziell zu diesem Zweck erforderlich, dem Hochschulsystem jährlich insgesamt 1,104 Mrd. Euro p. a. zusätzlich zur Verfügung zu stellen, und zwar kontinuierlich und verlässlich, nicht in Form von Projektmitteln."
Quelle: Veröffentlichung des Wissenschaftsrates vom 04.07.2008; "Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium"
"Der hat wohl schon in der Grundschule erfolgreich seinen Rechenunterricht geschwänzt."
Ein Kollege über den Redakteur, der in der RP vom 25.06.2008 folgendermaßen rechnet: 50 Tage Assistenzpraktikum plus 1 Praxissemester plus 3 Wochen Schulpraktikum minus ein Jahr Vorbereitungsdienst ergibt als Artikel-Überschrift: "NRW: mehr Praxis bei der Lehrerausbildung"
"Deutschland braucht ein Klima der Begeisterung und der Anerkennung für Bildung. Es soll ein Land werden, in dem alle Lernen lernen, neugierig bleiben und sich ein Leben lang weiterbilden. Es soll ein Land werden, in dem Bildung auf Respekt stößt, und das Bemühen um Bildung auf Anerkennung und Hilfe."
Bundespräsident Köhler in seiner sog. `Berliner Rede´ vom 17. Juni 2008
"Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, weil sie nicht lesen und schreiben können, haben nur eine Berufsperspektive: Hartz IV.
... und dafür ist offenbar genug Geld da!"
Rolf Kleine in einem BILD-Kommentar zu dem Statement des deutschen Handwerks, ein Viertel der Schulabgänger sei nicht ausbildungsfähig
„In der elften Klasse begannen die Lehrer, trotz unseres doch recht pubertären Gebarens, uns strikt zu siezen, ... Unserer Klassenlehrerin wurde dies einstimmig verboten; weniger beliebte Lehrer wurden genüsslich korrigiert, wenn sie doch beim gewohnten Du blieben.“
Anja Raudonat, die in der RP über ihr Studentenleben schreibt
"Ich begrüße die Kopfnoten sehr."
Hermann Franzen, Präsident des Verbandes des Deutschen Einzelhandels in Düsseldorf lt. Meldung des Schulministeriums
"Wir brauchen eine neue zukunftsorientierte Prioritätensetzung in unseren öffentlichen Haushalten." ("... vor allem für erhöhte Anstrengungen für Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Forschung ...")
H. D. Genscher zum 3. 10.2006
"SPIEGEL: Haben Sie kein Grundvertrauen in Kinder und Jugendliche?
Bueb: Mein Vertrauen misst sich an ihrem Alter. Ich habe kein Grundvertrauen darin, dass ein 15-Jähriger mit Drogen, Alkohol oder Sexualität fertig wird."
Der ehem. Salem-Schulleiter B. Bueb im Interview mit dem SPIEGEL vom 11.9.2006
"Weil neuerdings das Pauken wieder vorgeht. Daran ist das Pisa-Gewäsch Schuld, das eine gewisse Kopflosigkeit bei Lehrern hervorgerufen hat. Dabei wird vergessen, dass Theater ein wichtiger außerschulischer Lernort ist."
Volker Ludwig, Gründer des "emanzipatorischen" `Grips´-Kinder-Theaters in einem Interview der RP vom 18.9.2006
"Jedes Kind ist anders - ihre Chancen sind jetzt gleich"
Slogan der NRW-CDU zum neuen Schulgesetz
"So wie er drauf war in den Jahren 43/44, mit seinem Eifer, nur ja in Hitlers Krieg zu ziehen, vermute ich, dass er vorzügliche Kopfnoten hatte. Darauf legte man Wert, damals."
Detlef Hartlap, Chefredakteur des PRISMA, in einem Kommentar von 182 Wörtern über G. Grass, Kopfnoten sowie über Inder, Computer, Bollywood und P. White. (( <- dieser Text hat 51 Wörter))
"Es fällt doch auf, dass die erst mal gar nicht aussehen wie Lehrer."
Ein Kollege zur Kleidung der beiden in der RP abgebildeten neuen Schulinspektoren
"Nach eingehender Analyse und Vergleich der nationalen Ergebnisse wird die OECD ihre erste internationale Auswertung am 4. Dezember 2007 vorlegen. Die in Deutschland stets mit größter Spannung erwartete Bundesländer-Leistungsrangliste wollen die deutschen Pisa-Forscher erst im Herbst 2008 veröffentlichen."
Focus-online zu der Terminierung der Auswertung von PISA 2006
"Mit dem neuen Gesetz bin ich ja jetzt Dienstvorgesetzter des Lehrerkollegiums. (...) Als Chef bin ich für dienstliche Beurteilungen und Beförderungen zuständig - was ein erhebliches Konfliktpotential birgt. Geradezu absurd ist, dass jetzt Lehrer die Schulleiter wählen und nach acht Jahren bestätigen. Wo gibt es so etwas in der Wirtschaft, dass man seinen Chef bestimmen kann?"
Michael Schlemminger-Fichtler, seit 24 Jahren Schulleiter in Monheim zum neuen NRW-Schulgesetz
"Eltern müssen sich darauf besinnen, dass sie verantwortlich sind für die Erziehung ihrer Kinder. Es gibt leider Schulen, an denen sich die Eltern völlig ausklinken. Der Staat kann aber nicht alles leisten."
NW-Schulministerin Sommer im Interview mit dem evangelischen Magazin `ChrismonPlus Rheinland´
"Finnische Wissenschaftler plaudern aus der Schule -
Jetzt wissen wir, weshalb finnische Schüler beim PISA-Test die Nase vorn hatten: 60 % der 15-Jährigen dort lesen täglich die Zeitung! Das, so Wissenschaftler, fördert die Fähigkeit, sich weitere Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen - also auch in Mathe und Physik."
Anzeige in der RP vom 22.07.2006; Aktion: Die Zeitung. Das Qualitätsmedium.
Gute Lehrer sollen in Nordrhein-Westfalen künftig mit zusätzlichen Freistunden belohnt werden.
NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) im Interview mit der Financial Times Deutschland. (30.06.2006)
"Viele Lehrer klagten darüber, dass seit Beginn der WM zahlreiche Schüler kaum mehr Hausaufgaben anfertigten, weil diese sich den gesamten Nachmittag über bis hinein in den Abend jedes Spiel vor dem Fernseher ansähen."
aus einer Mitteilung des Deutschen Philologenverbandes vom 12.06.2006
„Argumente gegen das Deutschlandlied - Geschichte und Gegenwart eines furchtbaren Lobliedes auf die deutsche Nation"
Titel einer Broschüre der GEW-Hessen (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) zur Fußball-WM 2006, mit Vorwort des Landes- und Bundesvorsitzenden, Autor Benjamin Ortmeyer
"Prüfungsmarathon provoziert Terminchaos!"
Gemeinsame Pressemitteilung von Philologen-Verband und Landeselternschaft an Gymnasien anlässlich der Landespressekonferenz am 07.06.2006 im Landtag NRW.
"Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste"
nannte Ute Erdsiek-Rave (SPD) - derzeitige Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und schleswig-holsteinische Bildungsministerin - das an deutschen Schulen immer noch weit verbreitete `Sitzen bleiben´.
"Der Wettbewerb wird nicht härter: Er hat noch gar nicht begonnen."
Gökcen Stenzel in einem Kommentar der RP vom 24.05.2006 (Titel: "Schulen, euch geht´s zu gut") zu der Tatsache, dass vier Düsseldorfer Gymnasien auf Zuschüsse je bis zu 50.000 € verzichtet haben, indem sie über mehrere Jahre nicht die Zeit genutzt haben, darzulegen, auf welchen Schwerpunkt sie sich konzentrieren wollen.
" In keinem anderen Land der Welt sind 15-jährige Migrantenkinder der 2. Generation - also die bereits in Deutschland geborenen - so gravierend schlechter als Ausländerkinder der 1. Generation, die zusammen mit ihren Eltern eingewandert sind und noch einen Teil ihrer Schulzeit im Heimatland verbracht haben."
AOL News zu den jüngsten PISA-Teil-Ergebnissen der OECD
"Für wie dumm hält man uns, wenn man pauschal „Immigranten der ersten und zweiten Generation“ vergleicht, ohne zu erwähnen, daß in Kanada die einzigen nichteuropäischen Einwanderergruppen, die mehr als 2 Prozent der Bevölkerung ausmachen, Chinesen und Inder sind? Man lobt die Australier für ihre Sprachintegration und druckt im „Technischen Anhang“ ab, daß die Hauptgruppe der Einwanderer aus Großbritannien stammt. Die fabulösen Finnen finden sich gar nicht mehr im OECD-Bericht. Vielleicht mangels Migrantenmasse, oder damit keiner auf die Idee kommt, ihre Erziehungserfolge hätten am Ende damit zu tun, daß die Schule dort weniger gegen die Familien erziehen muß."
Jürgen Kaube zu den OECD-Statistiken in einem FAZ-Artikel ("Schulreform als Ausrede"; 15.05.2006)
"Inwieweit kann sich der Amtsinhaber mit Blick auf die eigene Karriere den Wünschen des Kollegiums und/oder der Schüler bzw. Eltern widersetzen?"
Detlef Hüwel in einem RP-Kommentar (25.4.06) zum neuen NRW-Schulgesetz, in dem vorgesehen ist, dass der Schulleiter von der Schulkonferenz auf fünf Jahre gewählt wird und dann zur Wieder- oder Abwahl steht.
"... aus nahe liegenden Gründen drängt sich der massive Verdacht auf, dass es ein Lehrer war."
Jürgen Brater mit der Feststellung, dass das Zitat von Seneca in den `Moralischen Briefen an Lucilius´ , das eigentlich lautete: "Non vitae sed scholae discimus" in der Zitierung später willkürlich umgedreht wurde.
(Kleines Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen, Piper, 2006)
"Schüler sehen schon beim Hereinkommen des Lehrers, ob er Angst vor ihnen hat. Sie haben ein untrügliches Gespür für die Körpersprache ihrer Lehrer, nichts entgeht ihnen."
Heike Schmoll in einem FAZ-Kommentar vom 04.04.2006
"Wie in den PISA-Sieger-Staaten werden die Schulen in Nordrhein-Westfalen künftig kein Kind mehr zurücklassen, weder Leistungsschwache noch Hochbegabte."
Ministerin Sommer zum Regierungsentwurf des neuen Schulgesetzes (29.3.2006)
"Annette Schavan hält Geisteswissenschaften für unentbehrlich."
RP-Überschrift vom 23.03.2006
(Der Fairness halber: Die Schavan-Äußerungen sind bei weitem intelligenter als man aus Obigem schließen könnte.)
"Deutsche legen wieder mehr Wert auf Höflichkeit, gutes Benehmen, Sparsamkeit und Gewissenhaftigkeit bei der Arbeit. Gerade diese Werte, einst als `Sekundärtugenden´ geschmäht, sollten Kinder vor allem im Elternhaus lernen, meint die große Mehrheit der deutschen Eltern."
Lt. einer bisher unveröffentlichten repräsentativen Befragung des Instituts für Demoskopie in Allensbach für das Bundesfamilienministerium, zitiert nach Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19.03.2006
"Entscheidend ist, was herauskommt, was also die Schüler lernen und in ihren Köpfen behalten. Darauf muss der Blick gerichtet sein und nicht auf die Frage, was reingepumpt werden muss. "
Anne Acker-Weiss, neue Leiterin der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule, auf die Frage, wie guter Unterricht auszusehen hat.
(RP-Interview vom 11.03.2006)
"Was mich im Zusammenhang mit dem Englischunterricht besonders enttäuscht, ist das schlechte Abschneiden der Gesamtschulen, obwohl sie gut ausgestattet sind. Ich sage ganz klar: Dabei müsste mehr rumkommen."
Schulministerin Sommer im RP-Interview vom 6.3.2006
„In zehn Jahren muss es in Deutschland für das Alter zwischen drei und zehn Jahren eine durchgehende Bildungsphase geben."
Annette Schavan lt. FOCUS vom 20.02.2006 zum Auftakt der Bildungsmesse Didacta in Hannover
"Die im vergangenen Jahr beschlossene Verlängerung der Übergangsfrist bei der Korrektur und Fehlerbewertung von Schülerarbeiten war eine gute und richtige Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung."
So wird Schulministerin Sommer offiziell zitiert; anlässlich der Billigung der Landesregierung, bei der KMK-Sitzung am 2. Mai nun auch für NRW (als letztem Bundesland) für die Übernahme der Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu votieren.
"Heute lernen die Schüler nicht fürs Leben, sondern für Pisa - krampfiger Schüler-Drill zum höheren Ruhm der Kultuspolitiker und Schulleiter, die Honig für das eigene Renommee saugen. Kein Wunder, dass der Wunsch nach ergänzender oder gar einzig wahrer Bildung ständig zunimmt."
Aus einem (namentlich nicht gekennzeichneten) redaktionellen Artikel in PRISMA 4/2006
Nebenbei: Im Folgenden werden dann zwei Internate genannt, an denen ein Platz im Jahr ca. 24.000 € bzw. ca. 30.000 € kostet.
"40 % der Grundschul-Gutachten sind falsch."
Hannelore Kraft, SPD-Fraktionschefin in NRW, in einem RP-Interview vom 21.01.2006
"Kinder- und Familienpolitik ... seien kein `weiches Thema` und seien auch nicht bloß eine Angelegenheit von Kirchentagen, und nebenbei setzt er sich noch von Formeln Schröders aus früheren Jahren ab, der derlei Themen einst als `Gedöns` bezeichnet hatte."
FAZ vom 16.01.2006 über SPD-Generalsekretär Heil
"Wer sich in der Oberstufe über Hausaufgaben beklagt, der sitzt eigentlich am falschen Ort. Merke: Zur Schule zu gehen ist immer noch für Millionen Kinder ein Traum. Für faule Gymnasiasten gilt deshalb: Geh doch ab!"
RP-Artikel vom 9.1.2006: "Die 10 Gebote für Hausaufgaben"
"Aus einem Offensiv-Thema - bessere Bildung durch Qualitätsstandards - ist für die Regierung Rüttgers ein Defensiv-Thema geworden. Das ist der politische Preis dieser Nachschreib-Klausur."
Jens Voss in der RP vom 10.06.2008
"Sie lassen sich Ihre Meinung von der Wissenschaft nicht kaputt recherchieren?"
Der Reporter des Deutschlandfunks in einem Interview des bildungspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, als der die Ergebnisse der Berliner Element-Studie anzweifelte, die die Nachteile längeren gemeinsamen Lernens (in diesem Falle bis Stufe 6; wieder einmal) nachwies.
"Damit die junge Generation ihren Platz in der Gesellschaft finden kann, brauchen wir einen umfassenden Ansatz in der Familien- und Bildungspolitik."
Hanns-Eberhard Schleyer, Handwerks- Generalsekretär in einem RP-Interview vom 13.05.2008
"Berlin prescht voran, Hamburg folgt, und auch in Bayern gibt es eine interne Anweisung: Künftig sollen möglichst wenig Schüler die Klasse wiederholen. Die Lehrer werden immer phantasievoller, um positive Aspekte in schlechten Klassenarbeiten zu finden. Selbst Oberstufenschüler bekommen Extrapunkte für eine schöne Schrift."
Artikel: "Sitzenbleiben wird nach und nach abgeschafft" - AOL-Nachrichten in Zusammenarbeit mit Welt-online vom 04.05.2008
"Nicht allen, die sich jetzt in der Öffentlichkeit lebhaft an der Debatte um überlastete G8-Schüler beteiligen, geht es tatsächlich um eine gute Zukunft des Gymnasiums. Besonders heftig kritisieren auch jene das GS, denen es eigentlich gar nicht um ein besseres Gymnasium, sondern letztendlich um die Abschaffung des gegliederten Schulwesens und des Gymnasiums als dessen Flaggschiff im Besonderen geht."
DPhV-Chef Heinz-Peter Meidinger
"Die im Zuge der Schulzeitverkürzung in Nordrhein-Westfalen neu erstellten Schulbücher unterscheiden zwischen verpflichtenden Themen und zusätzlichen Inhalten. Dadurch wird Lehrern, Schülern und Eltern wesentlich die Orientierung erleichtert."
aus einem Artikel des Bildungsportals des Schulministeriums von NRW
"Es bleibt insofern auch nach diesen Zahlen und bis auf Weiteres der Eindruck, dass die Bologna-Reform soziologisch ziemlich undurchdacht und - im Durchschnitt - eher viel versprechend als vielversprechend war."
Jürgen Kaube in FAZ-Net vom 8.4.2008 zu den Zahlen der Hochschulrektorenkonferenz zum Bologna-Prozess
"Die Lehrer bilden oft eine reaktionäre Kaste."
W. Heinrich, ehem. Rektor einer Grundschule in Hamm/Sieg, der Abiturreden von Schülern sammelt und sich so - offenbar - sein Urteil über die Gymnasiallehrer gebildet hat.
Quelle: Spiegel-online: Schulspiegel
"Nach einer Untersuchung der Universität Potsdam fühlt sich nicht nur ein Drittel der Lehrer überfordert. Auch 40 Prozent der Lehramtsstudenten weisen demnach schon problematische Verhaltens- und Erlebensmuster auf. Vor allem fehlen ihnen Stressresistenz, ausreichendes Selbstvertrauen und Überzeugungskraft."
(" Gerade diese Eigenschaften aber identifiziert die von den Professoren Uwe Schaarschmidt und Ulf Kieschke geleitete Studie als zentrale Kriterien für die Frage, ob jemand für den Lehrerberuf geeignet ist oder nicht. Viele Studienanfänger berücksichtigten für ihre Berufswahl aber vor allem ihre Freude am Umgang mit den Kindern. Deshalb haben die Potsdamer Psychologen einen Eignungstest entwickelt, mit dem ein Student online ausprobieren kann, ob sich der Lehrerberuf für ihn wirklich empfiehlt.")
FAZ-Artikel vom 21. März 2008: "Referendare im Praxisschock"; Autorin: Anna Loll
"Ich bin absolut dagegen, Islam auf Deutsch zu lehren. Wofür ich bin, ist die Reformierung der Religionsstunde. Die Aufgabe der Religionsstunde ist, über die großen Weltreligionen zu informieren. An dieser Religionsstunde haben alle Schüler teilzunehmen, Katholiken, Protestanten, Juden, Muslime, Buddhisten."
Franz Josef Wagner in einem BILD-Kommentar vom 14.03.2008
"Nun haben zwei Landtagswahlen und eine regelrechte Kampagne ausgereicht, einer breiten Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, Millionen Schüler würden um ihre Kindheit betrogen und jeglicher Freiräume für Musik, Sport, Vereine, Freunde und Nichtstun beraubt."
H. Schmoll in FAZ-Net vom 11.03.2008 zur Diskussion um das 8-jährige Gymnasium
"Nicht alles an der DDR war schlecht, ich habe zum Beispiel vom guten Bildungssystem profitiert."
Matthias Ebecke, stv. Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat Leichlingen, anlässlich der Debatte um die Zusammenarbeit der SPD mit der Linken in Hessen und demnächst ggf. in NRW.
- Ebecke ist übrigens 1989 mit seiner Mutter im Alter von 12 Jahren über die Prager Botschaft in den Westen geflüchtet ...
(Quelle: RP vom 27.02.2008)
"In manchen Fächern wünschte man sich geradezu, auch für die betroffenen Studenten, dass es zum Studienabbruch noch vor dem ersten Semester kommen würde."
Jürgen Kaube, FAZ-online vom 19.02.2008
"Dort, wo Zeiterfahrung nur noch als Fristerfahrung vorkommt, hat Denken in übergreifenden Perspektiven kaum Chancen. Damit wird aber auch der Unterschied zwischen „wichtig“ und „dringlich“ eingeebnet. Alles Dringliche wird für wichtig gehalten, das Wichtige selbst gerät aus dem Blick, weil die Last des vorher „zu Erledigenden“ es gleichsam erdrückt. Übrig bleibt das unbestimmte Gefühl, dass man zu „nichts“ mehr kommt - weder im Handeln noch im Denken."
Christian Geyer, `ungezielt´, aber wie wir meinen treffend, zur gegenwärtigen Debatte um Schulzeit und Lerninhalte -
zu lesen in FAZ-NET vom 13.02.2008 "Ist Hecheln unsere Leitgeschwindigkeit?"
"Berlins Schüler prügeln immer häufiger auf ihre Lehrer ein."
BILD-online vom 10.02.2008: "Seit dem Schuljahr 2004/ 2005 hat sich die Zahl der Angriffe vervierfacht. - Laut Senat gab es im vergangenen Schuljahr 165 Fälle von Gewalt gegen Lehrer an Grundschulen. Im Schuljahr 2004/2005 waren es noch 39. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“. "
"Mein Rat an die Schüler von heute ist – schwänzt die Schule (...) So wurde ich zwar kein Schriftsteller, aber immerhin der Kolumnist der BILD-Zeitung."
BILD-Kommentator Franz Josef Wagner am 5.2.2008
"Die Geschwätzspirale ist längst im Gange: Der eine selektiere, die andere fördere alle - so kommt die Wahlpropaganda bei den oberflächlich Informierten an."
H. Schmoll in FAZ-online zu den schulpolitischen Polen im hessischen Wahlkampf
"... Vielmehr ergibt sich das Bild einer beunruhigenden Unsicherheit auf Berliner Straßen, Schulhöfen und Schulwegen, für U-Bahn-Benutzer, Lehrer und nicht selten auch Polizisten. Die forschen Einwände von Politikern der Grünen, der Linken, aber auch aus der Sozialdemokratie, dies alles werde wieder gut, sofern wir nur alle nett zueinander seien und noch mehr Geld in die Schulen gepumpt werde, können da kaum noch verfangen..."
FAZ-online Artikel von Regina Mönch zum Thema Jugendkriminalität: "Gestörte Wahrnehmung?"
"Immer mehr Jugendliche erleben im Privat-TV eine Fernsehwirklichkeit einfachster Regeln - wenn man gerade keine Gewalt hat, hat man Sex."
Bayerns Justiz-Ministerin Beate Merk im Focus-Artikel (3/2008): "Wer schützt die Jugend? - Die erste Generation, die mit dem Privatfernsehen in Deutschland groß geworden ist, schreckt die Politik auf"
"Die Gesamtschule schafft nicht wie früher erwartet mehr Bildungsgerechtigkeit - so lautet das Fazit einer Studie unter Federführung des Erziehungswissenschaftlers Helmut Fend über die Gesamtschule. Der Erziehungswissenschaftler Fend, der selbst zu den Fürsprechern der Gesamtschule gehörte, bezeichnete die Ergebnisse seiner Studie als enttäuschend."
Rhein-Main-Zeitung vom 07.01.2008
"Die große Geste, mit der die deutsche Politik den Universitäten in den nächsten fünf Jahren 1,9 Milliarden Euro geben will, wird hier, etwa in Stanford als lächerlich bewertet."
Gert Kaiser, Rektor der Düsseldorfer Universität anlässlich seines Besuches in den USA, lt. RP vom 28.12.2007
(Zum Vergleich: Durch eine Spenden- und Stiftungs-Kampagne kommen demnächst 6 Milliarden allein für die Stanford-Uni zusammen.)
"Nach den Erkenntnissen der Berliner Studie beginnen die Probleme von späteren Intensivtätern in der Regel bereits in der Grundschule. 90 Prozent landeten auf Haupt- oder Sonderschulen, nur jeder Fünfte schafft überhaupt einen Schulabschluss. Bei mehr als der Hälfte registrierten die Schulen „regelmäßiges“ und „anhaltendes“ Fernbleiben vom Unterricht."
RP-online vom 02.01.2008
"Bildung schützt vor Rechtsextremismus."
"Bildung klärt auf."
"Bildung ist Suchtprävention."
"Bildung schützt vor medialer Verwahrlosung."
"Bildung ist Kriminalprävention."
"Bildung hält gesund."
STERN-Artikel "Die Schicksalsfrage der Nation" (in Nr. 52 vom 20.12.2007) , in dem gefordert wird, endlich mehr Bildung zu wagen
»Ein integratives Schulkonzept gelingt daher nur, wenn die Fluchtwege der Bildungsbürger geschlossen und die Gymnasien in ihrer jetzigen Form abgeschafft werden.«
taz-Journalistin Anna Lehmann ihren Artikel: »Nicht die Hauptschule, sondern das Gymnasium muss verschwinden / Fluchtwege der Bildungsbürger« (zitiert nach: `Bildung aktuell´ 8/2007)
„Ich halte nicht sehr viel davon. Zur Prävention muss man etwas aus dem inneren Zusammenhang der Schule tun."
Schulministerin Barbara Sommer zu den privaten Sicherheitsdiensten an Schulen (Quelle: RP)
„Ich möchte gerne wissen, ob dieser Schleicher bei der OECD ein Versehen ist oder deren Linie entspricht.“
Ein Kollege, darüber empört, dass OECD-PISA-Koordinator Schleicher die jüngsten guten PISA-Ergebnisse Deutschlands schlechtredet, weil sie offenkundig Ergebnisse verbesserten naturwissenschaftlichen Unterrichts und nicht von dessen Schulstrukturveränderungsideologie sind.
„Der Bußgeldrichter muss die wenigen vorhandenen Kapazitäten sinnvoll nutzen und darf nicht Sachmittel und Personal an hoffnungslose Fälle wie den vorliegenden verschwenden.“
Richterspruch in Thüringen über Schulschwänzer – deren Zahl sich in den letzten zwei Jahren nahezu vervierfacht hat – nach erfolgloser Anhörung (oft: nicht erschienen), Bußgeld (oft: nicht bezahlt), Arbeitsstunden und Jugendarrest (oft: mehrere). ((Quelle: FAZ-online))
An einer Hamburger Grundschule sei das Ende des muslimischen Ramadan zum Anlass genommen worden, ausführlich den Islam zu erläutern: „Zum Reformationstag wenige Tage später fiel dem Lehrer gar nichts ein – kein Wunder, ist er doch schon weitgehend durch Halloween verdrängt.“
RP vom 17.11.2007: aus dem neuen Buch des BILD-Chefredakteurs Kai Diekmann „Der große Selbstbetrug“
"Der Idealtyp des PISA-Tests ist derjenige, der sich später einmal am besten in Industrie, Technik und Wirtschaft auskennen wird."
Prof. Manfred Fuhrmann lt. PROFIL 10/2007
"In der Zwischenzeit wäre es gut, sich daran zu erinnern, dass Elitebildung immer unten und in der Breite beginnt - in der Vorschule, in der Schule, in den ersten Semestern. Stattdessen träumt der Berliner Wissenschaftssenator von einer Supra-Universität aus den drei Berliner Hochschulen, weil er nicht wahrhaben will, dass es in Berlin eine Elite-Hochschule gibt."
Heike Schmoll in der FAZ vom 22.10.2007 in dem Artikel "Exzellenzpause erwünscht"
„Stattdessen nutzte sie ((Schulleiterin Riegel)) wie Lauterbach und Wulff und Kraus und Will das Gespräch zum Austausch von beliebig interpretierbaren Zahlen (...) oder zu Argumenten, die den Tatbestand der Volksverdummung erfüllen (...) und zum Ausmalen der Utopie einer Schule, in der jedes Kind individuell gefördert werde. Das aber ist wohlfeiles Gerede, kein Unterricht der Welt leistet das, auch in Skandinavien nicht. Es werden Klassen unterrichtet, nicht Individuen und viele Schüler würden sich etwas anderes auch verbitten. Das Gerede über die Schule ist, mit anderen Worten, naiv.“
Jürgen Kaube in der FAZ zur ARD-Schul-Fernsehdiskussion bei "ANNE WILL"
"Was hat Herr Beck zu verbergen?"
Kulturminister Flath, CDU Sachsen, (im FOCUS Nr. 41) zu dem Faktum, dass es nur in Rheinland-Pfalz noch kein landeseinheitliches Abitur gibt
"Es ist einfach: Nur wer eine Kirche von innen und eine Konfession aus der Nähe kennt, nur wer genug Gottesdienste erlebt, genug Lieder geliebt, genug Pfarrer geschätzt, genug Predigten verschlafen, genug Gebete gesprochen und genug Psalmen gehört hat, der weiß am Ende, was er tut, wenn er bei seiner `confessio´ bleibt oder eine andere wählt oder auch keine."
Jens Voss in einem RP-Kommentar vom 2.10.2007 zur stetigen Zunahme konfessionsloser Kinder
"Die schwarz-gelbe Regierung in NRW hat zentrale Abiturprüfungen eingeführt. Eine Vereinheitlichung des Unterrichtsmaterials wäre folgerichtig. Das würde auch die Fehlerquote senken."
Gerhard Voogt in einem Kommentar
"Die Schulen können sich die Lehrbücher selber aussuchen. Fehler gibt es überall. Qualität setzt sich durch."
Ein Sprecher des Schulministeriums NRW
(Beides in der RP vom 28.09.2007)
"Eine gute und möglichst hoch qualifizierte Bildung liegt nicht nur im Interesse des gesamten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts, sondern sie ist zugleich der Schlüssel zum persönlichen und sozialen Erfolg."
E.J. Zöllner, derzeit Präsident der KMK
„Über 200.000 Schüler, die im Jahr eine allgemein bildende Schule verlassen, gelten als nicht ausbildungsreif. Die Bereitstellung von schulischen und berufsvorbereitenden Maßnahmen für die Jugendlichen hat handfeste kostenwirksame Effekte: Dafür werden knapp 3,4 Milliarden Euro aufgewandt, die eher für ein qualifizierendes Bildungsergebnis in der Schule eingesetzt werden könnten.“
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln bei der Schule/Wirtschaft-Tagung in Berlin
"Wir brauchen eine neue Kultur der Anerkennung von Leistung."
NRW-Ministerpräsident Rüttgers bei der Ehrung von Schülern mit Spitzenabschlüssen; u. a.: mehr als 300 von insgesamt 64 000 Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2007 haben mit der maximal erreichbaren Bestnote 1,0 abgeschlossen.
"Es hat in Hildesheim 20 Jahre lang zu meinen Dienstaufgaben gehört, mit Studierenden Unterrichtsstunden zu beobachten. Ich habe niemals in der Orientierungsstufe auch nur eine einzige Stunde gesehen, in der es einer Lehrkraft allein gelungen wäre, in einer heterogenen Klasse allen Schülern gleichmäßig gerecht zu werden. Die Lehrkraft stellt sich immer auf die Mittellage ein; die Schwachen wurden nicht ausreichend gefördert, und für die Begabten war das Ganze oft eine Lernverhinderungsveranstaltung."
Aus einem Interview der RP vom 1.9.2007 mit der Wissenschaftlerin Thelma von Freymann, Uni Hildesheim. (In Niedersachsen werden in der Orientierungsstufe seit 20 Jahren alle Schüler gemeinsam unterrichtet.)
"... Aber für mich stellt sich eher eine andere Frage: Wieso plädiert die SPD für die Einführung der Gesamtschule, während ich aus eigener Erfahrung weiß, dass viele (führende) SPD-Mitglieder ihre Kinder eben doch zum Gymnasium und nicht zur Gesamtschule schicken?..."
Kommentar von S. Kötter auf der Blog-Seite der NRW-SPD
"Arzt, Maurer oder Chef? Welcher Beruf passt zu dir?"
Werbezeile eines kostenpflichtigen sog. Berufstests
"Der geplante Erlass zum Samstags-Unterricht gibt den Schulen die Handlungsmöglichkeit, eigenverantwortlich und flexibel entscheiden zu können."
Barbara Kols-Teichmann von der Landeselternschaft Gymnasium
"Ist es aber der richtige Weg, Schulen durch die Pflicht zur Offenlegung der Durchfaller-Zahlen unter Druck zu setzen?"
Detlev Hüwel in einem Kommentar der RP vom 4.8.2007
"Dieses Urteil ist eine Niederlagefür das Klima an unseren Schulen und eine Niederlage für die schulische Erziehung ... Na denn: Tschüss Werte-Erziehung!"
aus einem Kommentar von Jens Vogt in der RP vom 12.Juli 2007 zum Landgerichts-Urteil über Lehrer-`Beurteilung´ im Internet
"Ursula W. zeigt keine Angst. Nicht, wenn sie als Hure beschimpft wird, nicht, wenn sie sich durch das Menschenspalier kämpft, nicht, wenn man ihr vor die Füße spuckt. Sie bleibt gelassen, wenn man sie anschreit, demütigt, auslacht. Sie hat ein bisschen Türkisch und Arabisch gelernt, weil sie wissen wollte, wie man sie beschimpft, aber sie hat sich daran gewöhnt, das hält sie aus. Es sind andere Momente, die Ursula W. das Leben zur Hölle machen, wie sie sagt: Wenn wieder einmal jemand einen Stuhl nach ihr schmeißt zum Beispiel, wenn jemand plötzlich ganz nah kommt und ruckartig den Arm in Richtung ihres Gesichtes bewegt, wenn sie einem ausgebildeten Kickboxer entgegentreten muss oder ihr Gesprächspartner ein Messer zieht.
Dann wird sie nervös, dann kommt dieses Zittern und, viel schlimmer: der sehnliche Wunsch, dieser Hölle zu entfliehen, die sie ihren Arbeitsplatz nennt. Ursula W. ist Hauptsschullehrerin in Berlin. Sie sagt: „Eigentlich ziehe ich jeden Morgen in den Krieg. Ich habe Ängste vor meinen Pausenaufsichten und Ängste, in bestimmten Klassen zu unterrichten.“ "
AOL-online-Artikel zum Antrag von 17 Berliner Schulen (darunter auch 5 Gymnasien) auf Einrichtung eines privaten Wachdienstes
"Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen bis 2015 auf vier Prozent des Bruttoinlandprodukts steigen."
RP vom 03.07.2007; aus dem Entwurf des neuen CDU-Grundsatzprogramms
"Nur wer weiß, was sich gehört, kann dafür eintreten."
Philipp Holstein in einem RP-Artikel vom 25.06.2007 mit dem Titel: "Die Ego-Gesellschaft"
"Simulierte Hinrichtungen, Pornomontagen, Drohungen: Das Mobbing von Lehrern im Internet nimmt nach Angaben von Pädagogen „beängstigende Ausmaße“ an."
Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes lt. FAZ
"Herrn Präsident Putin, Moskau; derzeit Heiligendamm
Sehr geehrter Herr Putin,
Ihre jüngste Ankündigung, Raketen auf Europa zu richten, ängstigt mich und meine Mitschüler sehr. Bitte lassen Sie prüfen, ob das Gelände des ...-Gymnasiums in Düsseldorf davon unmittelbar betroffen sein wird.
Wenn ja, warum? Schließlich haben wir hier doch seit Jahren die Zone der atomwaffenfreien Federmäppchen.
- Und sollten Sie sich doch mal gehalten fühlen, den Finger nicht vom roten Knopf lassen zu können, so teilen wir Ihnen gerne die Termine mit, zu denen russische Schüler bei uns zu Gast sind; wir wären als Gastgeber untröstlich - selbst bei in diesem Falle `friendly fire´ - wenn unseren Gästen etwas zustieße.
Gruß Felix ..., Klasse 7a"
"Es mutet ohnehin recht dreist an, dass die vormaligen Regierungspartner SPD und Grüne jetzt plötzlich genau wissen wollen, wo es schulpolitisch lang zu gehen hat. Beide haben selbst nur Flickwerk zustande gebracht und sich nicht zu durchgreifenden Reformen aufraffen können."
Detlev Hüwel in einem RP-Kommentar vom 25.05.2007
"Beamte erhalten nicht nur mehr, sondern müssen dafür auch kaum etwas tun."
Antje Höning in einem Kommentar im Wirtschafts-Teil der RP vom 19.1.2010
"Wissen ist Macht. Diese Lebenseinsicht des britischen Philosophen Francis Bacon geht immer noch leicht über die Lippen. Angesichts einer explodierenden Nachrichtenvielfalt und sich ständig erweiternder Erfahrungsmöglichkeiten stoßen Menschen oft an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit. Statt Mitglieder einer echten Wissensgesellschaft zu werden, sind sie dabei, Wissensbestandteile am Lebensweg wie Staubsauger einzusaugen, ohne nennenswerten Nutzen davon zu haben: Sie horten Informationen und vernachlässigen ihre Vernetzung. Sie trennen nicht die Spreu vom Weizen und wissen am Ende nicht, was wirklich wichtig ist. Dann führt zuviel Wissen zur Ohnmacht."
Godehard Uhlemann in einem RP-Kommentar vom 31.12.2009 ("Fahndungspanne empört Obama")
--- aber `grüßt´ er damit nicht auch alle `Twitterer´ ? ---
"Zentrales Thema der Auseinandersetzung mit der schwarz-gelben Landesregierung müsse nach Ansicht der Bundes-SPD die Bildungspolitik sein."
aus: RP-Artikel vom 17.12.2009: "Wie der SPD-Chef NRW erobern will"
"Allein in den Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) stieg die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse gegenüber 2002 um fast 36.900 auf 102.400 im Jahr 2008 an."
H. Schmoll in FAZ.NET unter Berufung auf das Statistische Bundesamt
"Was Studenten, die besseren Studienbedingungen das Wort reden, dazu bringt, Hörsäle zu ramponieren, Wände zu besprühen und leere Bierkästen als Requisit von Bildungsforderungen aufzubieten, ist unerfindlich – es sei denn, sie meinten es gar nicht ernst."
Jürgen Kaube in seinem Artikel "Hörsaalradau" vom 3.12.2009; FAZ-Net
"Dass es auf den Unterricht ankommt und die Qualität der Lehrer, haben die Deutschen schwarz auf weiß, seit Bildungsstatistiker testen, was deutsche Schüler eigentlich gelernt haben. (...) Nun sieht es so aus, als ob die deutschen Bildungspolitiker den gleichen Fehler ein zweites Mal machen wollten. Wieder wird hingebungsvoll über die Schulform debattiert, nicht aber darüber, wie und was die Schule vermitteln soll."
Dahlkamp, Friedmann und Verbeet im Titel-Artikel des Spiegel 46/2009 über das Gymnasium: "Die neue Hauptschule", in dem beklagt wird, dass neuerdings immer mehr Länder-Koalitionsvereinbarungen sich über das Wesentliche für Schule hinwegsetzen.
"Gut zehn Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung weisen nach der Wahrnehmung der betroffenen Studenten und Professoren die verantwortlichen Bildungspolitiker jede Verantwortung für die beanstandeten Fehlentwicklungen von sich."
F.A.Z. vom 16. November 2009
Stand: 10.03.2010, 12:14 Uhr