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Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2010: Trendwende ist noch nicht geschafft

Von Markus Brakel
Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung kennzeichnet zum Jahreswechsel die Stimmung unter den Unternehmen in der Region Düsseldorf. Trotz Festhaltens an der Kurzarbeit, die überwiegend das produzierende Gewerbe betrifft, wird die anhaltende Krise auch zu Personalabbau führen. Und mehr als die Hälfte der Unternehmen glaubt nicht daran, dass die Trendwende bereits geschafft sei. Dies sind wesentliche Ergebnisse aus dem „Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2010“, den die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. aus den Ergebnissen einer Befragung unter 500 teilnehmenden Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen zum Jahresende gebildet und heute vorgestellt hat. „Ich bin nach den Erfahrungen der vergangenen Monate und nach den Ergebnissen unseres aktuellen Monitors jedoch vorsichtig optimistisch“, erklärte der Vorsitzende der Unternehmerschaft, Dr. Andreas Bruns.
Aktuell berichten 67 Prozent der Unternehmen, der Auftragseingang im vierten Quartal 2009 sei gleichbleibend schlecht oder sogar schlechter als im dritten Quartal. Nur noch 24 Prozent der Unternehmen haben gleichbleibend gute Geschäfte und 9 Prozent geben eine bessere Auftragslage an. Den Dezember 09 im Vergleich zum Vorjahresmonat sahen beim Umsatz nur 14 Prozent besser, als gleichbleibend schlecht oder schlechter wird er von 57 Prozent der Unternehmen bewertet. Auch die Erwartungen sind nicht rosig: 52 Prozent der Unternehmen rechnen mit gleichbleibend schlechten oder schlechteren Ergebnissen, ein Drittel (33 Prozent) hofft auf gleichbleibend gute Geschäfte während 15 Prozent von einer Verbesserung ausgehen.
Derzeit könne niemand verlässlich sagen, inwieweit die wichtigsten Exportmärkte wieder anspringen, erklärte der Vorsitzende Bruns. Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibe die Frage der Stabilisierung des Bankensystems und die damit verbundene Finanzierung der Unternehmen. Angesichts der schwersten Krise seit Gründung der Bundesrepublik hätten die Unternehmen trotz der katastrophalen Wirtschaftslage ihre soziale Verantwortung bewiesen. Bruns bedankte sich bei den Verantwortlichen: „Gerade in der Krise wurde es deutlich: Trotz der schwierigen Situation haben die Unternehmer alles versucht Entlassungen zu verhindern.“
Die werden in Zukunft wohl unvermeidbar sein. Mit Personalabbau im gewerblichen Bereich rechnen 20 Prozent der Unternehmen, bei den Angestellten gehen sogar 25 Prozent aller Betriebe von Stellenkürzungen aus. Die Perspektiven auf dem Ausbildungsmarkt bleiben demgegenüber stabil. Rein rechnerisch gibt es in Düsseldorf 1,3 Ausbildungsstellen für jeden Schulabsolventen. Zwei Drittel der Unternehmen wollen weiter auf hohem Niveau ausbilden, fast ein Fünftel will sich hier 2010 sogar stärker engagieren.
"Beschäftigungssicherung ist derzeit das oberste Gebot, die derzeitige Wirtschaftssituation ist keine Spielwiese für Entgelterhöhungen", beschrieb Michel Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft, die anstehenden Tarifverhandlungen in der chemischen und der Metall- und Elektroindustrie. Beide Bereiche hingen maßgeblich ab vom Export. Grütering hob positiv hervor, dass es trotz der angespannten Lage noch zu keinen Insovenzen unter den 900 Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft gekommen sei.
Aloysius Rauen, Vorstandsvorsitzender der Demag Cranes AG mit Sitz in Düsseldorf, stellte die Auswirkungen der aktuellen Krise auf sein stark exportorientiertes Unternehmen dar. So wurde das vergangene Krisenjahr zur Umstrukturierung des Unternehmens im Sinne einer Konzentration der einzelnen Unternehmensbereiche genutzt, wozu auch ein von der Arbeitnehmerschaft mit getragener Stellenabbau zählte. Rauen setzt für die Zukunft auf vorsichtigen Optimismus. Allerdings werde das laufende Jahr noch leicht unter dem Vorjahresniveau abschließen, bei dem der operative Gewinn bereits um 50 Prozent eingebrochen war.
Stand: 08.01.2010, 16:21 Uhr