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75. Lernpartnerschaft in Düsseldorf

Schule und Wirtschaft gehen aufeinander zu/Neues Beispiel: Hauptschule Itterstraße und Kreishandwerkerschaft

In Düsseldorf entstehen seit einigen Jahren feste und nachhaltige Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben. Diese so genannten Lernpartnerschaften sind auf Dauer angelegt und werden praxistauglich in den Schulalltag integriert. In Düsseldorf konnte nun bereits die 75. Lernpartnerschaft unterzeichnet werden – die Landeshauptstadt belegt damit einen Spitzenplatz in Nordrhein-Westfalen.

Die 75. Lernpartnerschaft wurde am Dienstag (27. Oktober) zwischen der Katholischen Hauptschule Itterstraße und der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf geschlossen. Schulleiterin Gabriele Lohscheller und der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Lutz Denken, unterzeichneten die Vereinbarung.

Handwerk bereits in der Schule erfahrbar machen
Schule braucht Handwerk und Handwerk braucht Schule. Diese schlichte Feststellung beschreibt die Ausgangssituation der beiden neuen Kooperationspartner. "Ohne Menschen ist Handwerk nicht machbar", sagt dazu Lutz Denken, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. "Das, was Menschen im Handwerk leisten, muss aber rechtzeitig weitergegeben werden, sonst ist ein Generationsproblem unvermeidbar." Das Handwerk will deshalb sicher gehen, dass geeigneter Nachwuchs auch in Zukunft zur Verfügung steht.

"Seit je her stellt die Hauptschule einen großen Teil junger Menschen, die einen handwerklichen Beruf ergreifen. Und doch ist festzustellen, dass die Strahlkraft des Handwerks bei den Schülerinnen und Schülern verblasst", weiß die Leiterin der Katholischen Hauptschule Itterstraße,Gabriele Lohscheller, zu berichten. Und weiter: "Wenn es uns gelingt, das Handwerk bereits in der Schule erfahrbar zu machen und damit konkretes Interesse zu wecken, dann ist das ein wunderbarer Beitrag praxisnaher Berufsorientierung."

In der Kooperationsvereinbarung sind die Elemente der zukünftigen Zusammenarbeit verbindlich festgehalten. So wird es zum Beispiel Aktionsveranstaltungen des Handwerks sowohl in der Schule, als auch in Betrieben geben. Das sind zum Beispiel "Schnuppertage" der Jahrgangstufe 8 in Betrieben oder auch Sprechstunden des Handwerks in der Schule.

Die Kreishandwerkerschaft sensibilisiert und mobilisiert zukünftig in besonderem Maße ihre Innungen in Bezug auf das Praktikumsangebot in den Klassen 9 und 10. Zudem unterstützt sie bei der Vermittlung von Jahrespraktika, bei denen besonders interessierten Jungen und Mädchen, aber auch schulmüden Jugendlichen neben vier Wochentagen Schule jeweils ein Arbeitstag pro Woche in einem Betrieb ermöglicht wird.

Was zukünftig noch alles möglich ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, denn: Die Gestaltung der Kooperationsvereinbarungen lässt eine permanente Anpassung an die schulischen und betrieblichen Gegebenheiten zu.

Jeder bringt ein, was er besonders gut kann "Bei unseren Kooperationen führen verbindliche Vereinbarungen, regelmäßige Gespräche und dauerhafte Evaluierungen zu nachhaltigen Strukturen, die einen lebendigen Austausch zwischen den Schulen und der Wirtschaft sicherstellen", betont Heidrun Hodel von der Stiftung Pro Ausbildung, die im besonderen Maße für erfolgreiche Lernpartnerschaften sorgt. "Auch die Unternehmen profitieren dauerhaft von diesem Modell, denn sie können frühzeitig Kontakt mit gut informierten potenziellen Auszubildenden aufnehmen."

Lernpartnerschaften in Düsseldorf sind fester Bestandteil im Programm des Kompetenzzentrums Übergang Schule-Hochschule/Beruf, einer Gemeinschaftsinitiative der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Unternehmerschaft Düsseldorf, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft. Mittlerweile ist die Vermittlung von Lernpartnerschaften in Düsseldorf zu einer Art "Königsdisziplin" des Kompetenzzentrums geworden. Mit 75 Lernpartnerschaften hat nicht nur jede weiterführende Schule in der Stadt rechnerisch eine Lernpartnerschaft, es gibt sogar Schulen mit mehreren Kooperationspartnern.

Für Schuldezernent Burkhard Hintzsche ist dieser Erfolg auch ein Beleg für die wirkungsvolle Arbeit des Kompetenzzentrums: "Jeder Partner bringt das ein, was er besonders gut kann. Dabei steht das Schulverwaltungsamt als Schulträger den Schulen naturbedingt ebenso nah, wie die Arbeitgeberverbände und Innungen den Firmen und Unternehmen."

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